Bundestag würdigt Gorbatschow, der die Vereinigung ermöglicht hat

Das deutsche Parlament hat am Mittwoch Michail Gorbatschow mit einer Schweigeminute zu Ehren des ehemaligen sowjetischen Führers gewürdigt, der vor 32 Jahren den Weg für die deutsche Wiedervereinigung geebnet hat.

Flaggen auf dem Reichstagsgebäude in Berlin wurden auf Halbmast gehisst, als der Gesetzgeber die Sitzung des Tages eröffnete, eine der ersten seither Gorbatschows Tod letzte Wochemit Tribut.

„Er hat möglich gemacht, was jahrzehntelang unmöglich schien – den Kalten Krieg friedlich zu beenden und die Teilung unseres Landes und unseres Kontinents zu überwinden“, sagte Präsidentin Bärbel Bas den Gesetzgebern. „Wir Deutschen haben Michail Gorbatschow viel zu verdanken.“

„Er hat die Geschichte unseres Landes und das Leben von Millionen Menschen verändert“, sagte Bas. „Sein Mut und seine Haltung waren entscheidend für die Wiederherstellung unserer Einheit.“

Gorbatschows Streben nach Reformen und wachsender Offenheit bereitete den Weg für den friedlichen Zusammenbruch des Kommunismus – und einen seiner Schlüsselmomente, den Fall der Berliner Mauer im November 1989. Weniger als ein Jahr später wurde Deutschland als NATO-Mitglied wiedervereinigt und mit dem Versprechen, dass die sowjetischen Truppen abgezogen würden.

Gorbatschow blieben dauerhaft beliebt in Deutschland ein Gegensatz zur Wahrnehmung in Russland. Beim Gedenken an Gorbatschow in der vergangenen Woche verwiesen die deutschen Staats- und Regierungschefs auf den Kontrast zu den derzeitigen Beziehungen zu Russland, die danach frostig sind Moskaus Einmarsch in die Ukraine.

Die Deutschen hätten zu lange „ignoriert oder vielleicht nicht wahrhaben wollen, dass sich Russland unter (Präsident Wladimir) Putin längst radikal von Gorbatschows Zielen abgewendet habe“, sagte Bas.

„Heute hat sich eine tiefe Kluft zwischen Russland und Europa aufgetan, wo nach Gorbatschows Vision ein gemeinsames europäisches Haus mit Russland und mit einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur entstehen sollte“, fügte sie hinzu.

„Es war Russland, das unter Putin mit diesem Geist gebrochen hat, und das ist ein tragischer Fehler.“

Willi Langer

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