CDU und Grüne: Die Zukunft der deutschen Liebeskomödie?

Big Business und Fahrräder: Sind CDU und Grüne füreinander bestimmt? Foto: IMAGO / Moments-politiques

Jedes Land hat eine natürliche Regierung. Jede Nation hat eine politische Partei, die am besten zu ihrer Persönlichkeit passt, die unter sonst gleichen Bedingungen nur Wahlen gewinnen kann. In Deutschland waren die natürliche Regierung die Christlich Demokratische Union (CDU) und die Sozialdemokratische Partei (SPD). Jahrzehntelang haben diese beiden 80% der Stimmen zusammen bekommen und sich gegenseitig angerufen Volksparteien weil es große Kirchen waren, die das Volk als Ganzes repräsentieren sollten. Für drei der vier Regierungen von Angela Merkel saßen sie einfach wie eine große Glucke auf Deutschland und hielten unsere Eier warm. An Politik hat damals noch niemand gedacht. Es wäre, als würdest du im Schlaf an deinen Pyjama denken.

… in einer abgeflachten politischen Landschaft … sollte keine Partei jemals wieder mehr als 30 % der Stimmen gewinnen.

Aber jetzt gibt es eine Wendung: Wäre das eine Liebeskomödie, wäre die Handlung schon klar – CDU und Grüne sind diese beiden Charaktere, die sich immer wieder streiten und ihren Freunden sagen, der andere sei ein Arschloch. Sozialdemokraten wären eine Art verlässlicher, aber langweiliger Ehegatte in einer faulen Ehe.

Wer am Ende durch einen Flughafen stürmt, muss man sich nur in den Bundesländern anschauen: In Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hessen und Baden-Württemberg regieren CDU und Grüne jetzt gemeinsam. Die ersten beiden sind von besonderer Bedeutung, denn die Ministerpräsidenten dieser Länder sind Hendrik Wüst und Daniel Günther, die jungen Post-Merkel-Sprossen der CDU, die regelmäßig als Nachwuchs gefeiert werden. Die Sterne richten sich aus.

Diese Beziehung scheint so offensichtlich, dass wir uns fragen werden, wie wir sie vorher nicht erkannt haben, wenn sie endlich eintritt. Es ergibt Sinn. Die deutsche Gesellschaft besteht aus vorsichtigen Menschen, die große Geschäfte und Fahrräder lieben. Aber ich weiß, wie wir betrogen wurden. Ich war letzten Monat auf dem CDU-Parteitag in Hannover, wo sich tausend CDU-Delegierte versammelten, um darüber zu sprechen, was für eine Partei sie in Zukunft sein wollen. Auf dem Boden und in der großen Halle zwischen den Ständen sprachen die Delegierten der verschiedenen Unterorganisationen wie der Frauen Union, der Klima Union, der Lesben- und Schwulenunion über die Modernisierung der Idee Volkspartei repräsentativ sein.

An Politik hat damals noch niemand gedacht. Es wäre, als würdest du im Schlaf an deinen Pyjama denken.

Währenddessen scherzten auf der Bühne vor laufenden Fernsehkameras Friedrich Merz, der derzeitige Vorsitzende der CDU, und Markus Söder, der Vorsitzende der bayerischen „Schwester“ der CDU Geschlechtersternchen (die Sternchen, die in Wörtern verwendet werden, um nicht-binäre Personen einzuschließen, werden jetzt von vielen staatlichen Ämtern und Universitäten übernommen)“Kristall Mett(ein Ausrutscher des bayerischen Vorsitzenden Markus Söder), eine Twitter-Suche durchführen, zu seltsam, um sie hier zu erklären) und persönliche Hygienetipps von den Grünen einholen. Sie können erraten, welche Titel in den Nachrichten erschienen sind. Ebenso machen die Grünen alle Witze, die sie mögen, über die CDU als reaktionäre Befürworter von Atomkraft und Kleinfamilien.

Die Wahrheit ist, dass die kulturellen Debatten um inklusive Sternchen im Grunde dazu da sind, damit Parteien im Wahlkampf etwas zu sagen haben. Das sind Fragen, die Kandidaten dabei helfen, das zu tun, was die Deutschen „profilieren»: sich gegenüber seinen Gegnern definieren, seine kulturellen Grenzen markieren. Aber wir wissen, dass sie zusammengehören, besonders in einer flachen politischen Landschaft, in der wahrscheinlich keine Partei mehr als 30 % der Stimmen erhält. So wird der Film enden.

Ebert Maier

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