Deutsche Polizei überfällt Villa mit Verbindung zum russischen Oligarchen Alisher Usmanov | Alischer Usmanow

Wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Verstöße gegen EU-Sanktionen durchsuchte die deutsche Polizei mehrere Liegenschaften des russischen Oligarchen Alisher Usmanov, darunter seine Villa am Tegernsee in Südbayern.

Eine Spezialeinheit von mehr als 250 Polizisten durchsuchte am Mittwochmorgen Immobilien, die auf den Namen eines russischen Staatsbürgers an drei Adressen in der Gemeinde Rottach-Egern in Oberbayern registriert waren, teilte die Staatsanwaltschaft München in einer Erklärung mit.

Berichte des Nachrichtenmagazins Der Spiegel und des Bayrischen Rundfunks identifizierten die Person als Usmanov, einen Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Im Rahmen der am Mittwochmorgen noch andauernden Aktion wurden auch Liegenschaften im südlichen Baden-Württemberg sowie in Hamburg und Schleswig-Holstein in Norddeutschland durchsucht.

Usmanov, ein früher Facebook-Investor, der sein Vermögen im Bergbau und Sport gemacht hat, wurde nach dem Krieg Russlands in der Ukraine von der EU, den USA, Großbritannien und der Schweiz mit Sanktionen und dem Einfrieren von Vermögenswerten heimgesucht.

Die Staatsanwaltschaft München sagt, ein russischer Staatsbürger auf der EU-Sanktionsliste vom 28. Februar habe gegen das deutsche Außenwirtschaftsrecht verstoßen, indem er weiterhin ein Sicherheitsunternehmen für die Überwachung seiner Immobilien in Oberbayern bezahlt und damit gegen die Vermögenssperre verstoßen habe.

Der Staatsanwalt der deutschen Finanzmetropole Frankfurt, der ebenfalls an den Razzien beteiligt war, teilte dem Guardian mit, dass er gegen dieselbe Person, die der Geldwäsche verdächtigt wird, wegen verdächtiger Transaktionen im Zusammenhang mit Offshore-Konten ermittelt.

Der 71-jährige russische Staatsbürger stehe im Verdacht, zwischen 2017 und 2022 Finanztransaktionen in Höhe von mehreren Millionen Euro durchgeführt zu haben, mit dem primären Ziel, die Herkunft der Gelder zu verschleiern, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit.

„Der Verdacht besteht, dass die überwiesenen Gelder durch kriminelle Aktivitäten, unter anderem durch Steuerhinterziehungsdelikte, erlangt wurden“, sagte die Staatsanwaltschaft.

Der Sprecher sagte, die Ermittlungen seien durch die Panama Papers ausgelöst worden, ein Leck von 11,5 Millionen Dateien aus der Datenbank der Offshore-Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, die von der deutschen Zeitung Süddeutsche Zeitung erhalten und mit einem Konsortium internationaler Medienorganisationen, darunter dem Guardian, geteilt wurden.

Ziel der Razzia in bayerischen Liegenschaften war laut Spiegel auch die Sicherstellung von Beweismitteln für den Verdacht einer Steuerhinterziehung.

Usmanov, der einst als Großbritanniens reichster Mann galt und ehemaliger Anteilseigner des englischen Fußballvereins Arsenal, wird verdächtigt, in Deutschland mehrere hundert Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben.

Usmanov, der von 2014 bis 2022 hauptsächlich in der wohlhabenden Gemeinde Tegernsee lebte, schuldet Usmanov der staatlichen Einkommen- und Schenkungsteuer nach Schätzungen von rund 555 Millionen Euro, berichtete der Spiegel.

Der Oligarch, der seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine nach Usbekistan gezogen sein soll, hat bereits die Kontrolle über seine Superyacht verloren, die nach Tonnage größte der Welt.

Die Dilbar-Yacht im Wert von 600 Millionen Dollar (458 Millionen Pfund) wurde im April von der deutschen Bundespolizei beschlagnahmt, nachdem wochenlange Finanzermittlungen ergeben hatten, dass der wahre Eigentümer der Yacht ein Offshore-Vertuschungsring war.

Elsabeth Steube

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