Deutschland drängt auf ein „Pay-as-you-fly“-Modell

Nach der Annullierung von Tausenden von Flügen in diesem Sommer hat das deutsche Bundesland Niedersachsen im Nordwesten des Landes die Stornierung von Vorauszahlungen für Flugreservierungen gefordert.

Stattdessen forderte Landesverkehrsminister Bernd Althusmann Anfang dieses Monats erneut die Einführung eines „Pay as you fly“ (PAYF)-Modells, bei dem die Bezahlung der Flugtickets beim Check-in abgewickelt wird.

Das Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat die Initiative begrüßt, die laut einem Bericht des Handelsblatts auf der Tagesordnung des nächsten Bundesrates am 16. September stehen könnte.

„Durch die Umsetzung unserer Initiative würden den Fluggesellschaften nur geringe Mehrkosten entstehen. Andererseits würde den Reisenden viel Ärger erspart bleiben“, sagte Althusmann dem Handelsblatt und verwies auf die langen Wartezeiten der Reisenden bei der Beantragung einer Rückerstattung.

Auch der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR), der sich seit 2021 für ein PAYF-Modell einsetzt, begrüßte den Schritt.

VDR-Präsident Christoph Carnier sagte: „Die Vorauszahlung für Flugreisen ist ein veralteter Standard, der durch eine zeitnahe elektronische Zahlung ersetzt werden sollte.

„Dies entspräche nicht nur den berechtigten Interessen der Verbraucher, sondern die Fluggesellschaften könnten auch bestehende Prozesse effizienter gestalten oder sogar abschaffen“, fügte er hinzu. „Die daraus resultierende Bürokratie, Ticketreservierungen zu stornieren und das Geld zu überweisen, wäre vorbei.“

Zu den Vorteilen eines PAYF-Modells für Corporate Travel Manager gehört, wie BTN Europe bereits berichtet hat, dass sie keine Rückerstattungen verfolgen oder einen TMC bezahlen müssen, um diesen Prozess zu verwalten. Es besteht auch ein geringeres Risiko, aufgrund von Insolvenzen von Fluggesellschaften Geld zu verlieren.

Lufthansa hat im März 2021 ein „Pay as you fly“-Programm für Firmenkunden in Europa eingeführt, bei dem die Tarife im Allgemeinen teurer und der Buchungsprozess etwas anders sind, so ein TMC, mit dem BTN Europe zuvor gesprochen hat.

Dennoch empfiehlt der VDR anderen Fluggesellschaften, dem Beispiel von Lufthansa zu folgen und Reisenden zunächst eine zusätzliche PAYF-Option anzubieten, mit der Anbieter Erfahrungen sammeln können, bevor eine breitere Einführung erfolgt.

„Reservierungssysteme sollten entsprechend programmiert und ergänzt werden, um die ‚Pay as you check-in‘-Lösung zu ermöglichen und zur Norm zu machen“, so Carnier.

Er warnte auch davor, dass „vorsichtig vorgegangen werden muss“, um sicherzustellen, dass ein PAYF-Modell weltweit implementiert werden kann.

„Ein Alleingang in Deutschland könnte ein wichtiger Schritt sein, sollte aber unter Berücksichtigung aller Konsequenzen sorgfältig ausgearbeitet werden, um mögliche negative Folgen auszuschließen“, sagte er.

„Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass Sie zum Zeitpunkt der Buchung einen Beförderungsvertrag eingehen, der bestimmten Bedingungen unterliegt, wie z. B. No-Show- und/oder Umbuchungsgebühren.“

Willi Langer

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