Factbox-Deutschlands Bemühungen zur Bewältigung der Energiekrise

Im Jahr 2021 entfielen 55 % der deutschen Gasimporte auf Russland, ein Niveau, das Ende Juni 2022 auf 26 % gesunken war, was auf deutlich geringere Flüsse durch die Gaspipeline Nord Stream 1 zurückzuführen war, die nur mit 20 % ihrer Kapazität betrieben wird .Fähigkeit.

Seit einem historischen strategischen Wandel, der in einer Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz skizziert wurde, hat Deutschland viele Schritte unternommen, um der Herausforderung zu begegnen und gleichzeitig den Schlag für seine Wirtschaft und seine Bürger abzumildern.

Hier eine Übersicht:

LNG

– Deutschland hat vier Floating Storage and Regasification Units (FSRUs) geleast, um schnell mit dem direkten Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) zu beginnen und russische Mengen zu ersetzen.

– Zwei der FSRUs werden in Wilhelmshaven und Brunsbüttel stationiert und können gemeinsam bis zu 12,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr behandeln. An diesen beiden Standorten werden auch Anstrengungen unternommen, zu einem späteren Zeitpunkt feste Terminals zu errichten.

– Das Wirtschaftsministerium hat die Elbhäfen Stade und Lubmin an der Ostsee als die beiden anderen verbleibenden FSRU-Begünstigten identifiziert.

– Deutschland befindet sich unter anderem auch mit Katar und Kanada in Gesprächen, um die LNG-Importe mittelfristig zu erhöhen. Deutsche Energieversorger haben bestehende Lieferverträge mit Katar, Australien und den Vereinigten Staaten.

STEUERN

– Deutschland erhob zwei Abgaben, eine zur Finanzierung der höheren Gasversorgungskosten, mit denen Importeure konfrontiert sind, um niedrigere russische Mengen zu ersetzen, und die andere, um die Bemühungen zur Auffüllung der Speicheranlagen im Land zu unterstützen.

– Die Gassteuer kostet eine durchschnittliche vierköpfige Familie bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zusätzlich 480 Euro pro Jahr, zusätzlich kommen 13 Euro wegen der Gasspeichersteuer hinzu. Beide treten am 1. Oktober in Kraft.

– Um die Verbraucher etwas zu schützen, hat Deutschland eine befristete Senkung der Umsatzsteuer angekündigt, die den Staat 10 Milliarden Euro kosten wird.

KOHLE

– Deutschland hat ein Gesetz zur Wiedereingliederung von Öl- und Kohlekraftwerken in den Energiemix des Landes im Falle einer kritischen Gasversorgungslage verabschiedet. Das könnte im Rahmen eines Vertrags, der bis zum 31. März 2024 läuft, vorübergehend 10 Gigawatt freie Kapazität hinzufügen.

NUKLEAR

– Deutsche Netzbetreiber führen im Auftrag der Bundesregierung einen Stresstest durch, um zu prüfen, ob die Laufzeit der drei verbleibenden deutschen Kernkraftwerke, die 6 % des deutschen Energiemix ausmachen, verlängert werden kann.

– Die Reaktoren – Isar 2, Neckarwestheim und Emsland – werden von E.ON, EnBW und RWE betrieben, von denen einige erklärt haben, dass eine kurzfristige Laufzeitverlängerung über den 31. Dezember 2022 hinaus ohne Bestellung neuer Brennstäbe möglich ist.

LAGERUNG

– Deutschland versucht, seine Gasspeicher zu füllen und hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum 1. Oktober 85 % und bis zum 1. November 95 % zu erreichen. Die Lagerkapazität lag am 16. August bei 77,79 %.

– Sein Gasmarktbetreiber Trading Hub Europe erhielt 15 Milliarden Euro vom öffentlichen Kreditgeber KfW, um Speicheranlagen schneller zu füllen, teilte eine Regierungsquelle im Juni mit.

RETTUNG

– Die Regierung hat einem Rettungspaket in Höhe von 15 Milliarden Euro für Uniper, Deutschlands größten Importeur von russischem Gas, zugestimmt, um sicherzustellen, dass es seinen Betrieb fortsetzen und seine Verträge erfüllen kann.

– Neben der Übernahme von 30 % der Gruppe hat die Regierung auch erklärt, dass sie bereit ist, zusätzliche Unterstützung bereitzustellen, wenn die Betriebsverluste aufgrund geringerer Gasflüsse und exorbitanter Preise 7 Milliarden Euro übersteigen.

EINSPARFÖRDERUNG

– Die Regierung und ihre Netzregulierungsbehörde fordern Bürger und Unternehmen regelmäßig auf, ihren Gasverbrauch zu reduzieren. Die Verbraucher müssen ihren Verbrauch um mindestens 20 % reduzieren, um zu verhindern, dass das Land in einen Gasversorgungsnotstand gerät, in welchem ​​Fall eine Rationierung in Kraft treten würde.

RATIONIERUNG

– Die für die Rationierung zuständige Netzregulierungsbehörde BNetzA erhebt Daten von rund 2.750 Unternehmen, um den Gasverbrauch zu ermitteln und eine Liste vorrangig abzuschaltender Sektoren zu erstellen.

– Die BNetzA sagte, sie versuche, eine Liste der Abschaltungen für die Branche auf der Grundlage von sechs Kriterien zu erstellen, darunter die Größe eines Unternehmens, der wirtschaftliche Schaden und die Zeit, die für die Wiederinbetriebnahme bestimmter Anlagen benötigt würde.

($1 = 0,9949 Euro)

(Berichterstattung von Christoph Steitz, Vera Eckert und Tom Kaeckenhoff; Redaktion von David Holmes)

Rüdiger Ebner

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