Forscher entdecken bei Mäusen eine seltene Form von Leberkrebs

Die Ursprungszelle von Leber-Gallengang-Mischkarzinomen, einer seltenen Form von Leberkrebs, wurde von Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Hebräischen Universität Jerusalem bei Mäusen entdeckt. Die Karzinogenese wurde mit dem entzündungsfördernden immunologischen Botenstoff Interleukin 6 (IL-6) in Verbindung gebracht. Bei Mäusen verringerte die Blockierung von IL-6 die Anzahl und Größe von Tumoren. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Hepatology veröffentlicht.

Der Begriff Leberkrebs umfasst das hepatozelluläre Karzinom, das intrahepatische Gallengangskarzinom und eine Mischform, das kombinierte Leber-/Gallengangskarzinom (cHCC/CCA). cHCC/CCA-Zellen weisen Merkmale beider Krebsarten auf. Dieses seltene HCC/CCA gilt als sehr aggressiv und spricht äußerst schlecht auf aktuelle Behandlungen an. Um potenzielle Angriffspunkte für neue Therapien zu identifizieren, suchte ein Team um Mathias Heikenwalder vom Deutschen Krebsforschungszentrum und Eithan Galun von der Hebräischen Universität Jerusalem nach dem zellulären Ursprung dieser Tumore. Die Forscher führten ihre Studien an Mäusen durch, die gentechnisch verändert wurden, um im späteren Alter eine chronische Leberentzündung und ein hepatozelluläres Karzinom zu entwickeln, und entwickelten später auch cHCC/CCA. Das molekulare Profil von cHCC/CCA-Tumorzellen in diesen Tieren stimmte weitgehend mit dem von humanen cHCC/CCA-Zellen überein.

Das deutsch-israelische Team entdeckte, dass sich cHCC/CCA aus entarteten Leberzellvorläufern entwickelt. Im Gegensatz dazu entsteht das hepatozelluläre Karzinom höchstwahrscheinlich aus geschädigten reifen Leberzellen. In cHCC/CCA-Zellen sind Gene des proinflammatorischen Interleukin-6 (IL-6)-Signalwegs besonders aktiv. Die Quelle von IL-6, das diesen Signalweg aktiviert, sind alternde Immunzellen. Das Markenzeichen der zellulären Alterung, die Wissenschaftler als „Seneszenz“ bezeichnen, ist die Freisetzung eines ganzen Cocktails entzündungsfördernder Signalmoleküle, unter denen IL-6 die Hauptrolle spielt.

Die Blockierung der Wirkung von IL-6 durch spezifische Antikörper reduzierte sowohl die Anzahl als auch die Größe von cHCC/CCA-Tumoren bei Mäusen. Ein Mittel, das seneszente Zellen in die programmierte Zelltod-Apoptose treibt und dadurch die Quelle von IL-6 austrocknet, hemmte auch die Entwicklung von cHCC/CCA. Heute ist die wirksamste Therapie für cHCC/CCA die chirurgische Entfernung von Tumoren. Sie ist nur wirksam, wenn der Krebs in einem sehr frühen Stadium erkannt wird. „Die Blockierung von IL-6 oder Wirkstoffe, die seneszente IL-6-produzierende Zellen abtöten, könnten nun als vielversprechende Therapieansätze gegen diese Krebsart weiter getestet werden“, erklärt Mathias Heikenwalder, einer der korrespondierenden Autoren der aktuellen Publikation. Er fügt hinzu: „Es gibt jetzt zunehmend Hinweise darauf, dass tatsächlich als hepatozelluläres Karzinom diagnostizierte Tumore teilweise auch cHCC/CCA-Zellen enthalten. Das bedeutet, dass potenzielle Therapieansätze gegen cHCC/CCA auch einigen Patienten mit hepatozellulärem Krebs zugute kommen könnten.

Nofar Rosenberg, Matthias Van Haele, Tali Lanton, Neta Brashi, Zohar Bromberg, Hanan Adler, Hilla Giladi, Amnon Peled, Daniel S. Goldenberg, Jonathan H. Axelrod, Alina Simerzin, Chofit Chai, Mor Paldor, Auerlia Markezana, Dayana Yaish, Zohar Shemuliam, Dvora Gross, Shanny Barnoy, Maytal Gefen, Osher Amran, Sofie Claerhout, Mirian Fernandez-Vaquero, Maria Garcia-Beccaria, Danijela Heide, Michal Shoshkes-Carmel, Dirk Schmidt Arras, Sharona Elgavish, Yuval Nevo, Hadar Benyamini, Janina EE Tirnitz-Parker, Aranzazu Sanchez, Blanca Herrera, Rifaat Safadi, Klaus H. Kaestner, Stefan Rose-John, Tania Roskams, Mathias Heikenwalder*, Eithan Galun*: Combined hepatocellular – cholangiocarcinoma stammt von Lebervorläuferzellen ab und hängt von Seneszenz und IL6 ab trans-signaling Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit seinen mehr als 3.000 Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Mehr als 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am DKFZ erforschen, wie Krebs entsteht, identifizieren Krebsrisikofaktoren und erforschen neue Strategien, um Menschen vor einer Krebserkrankung zu bewahren. Sie entwickeln neue Methoden, um Tumore genauer zu diagnostizieren und Krebspatienten erfolgreicher zu behandeln. Der Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ gibt Patienten, interessierten Bürgern und Experten individuelle Antworten auf alle Fragen rund um das Thema Krebs. (ANI)

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Mareike Engel

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