„Im Depressionsmodus steckengeblieben“: Die deutsche Geschäftsmoral hat sich im Oktober kaum verändert – ifo

  • Der Erwartungsindex verzeichnet den ersten Anstieg seit Mai
  • Der deutschen Wirtschaft steht ein harter Winter bevor – Ifo-Präsident
  • Analysten: Die Rezession immer noch am Treffpunkt

BERLIN, 25. Okt. (Reuters) – Die deutsche Geschäftsstimmung blieb im Oktober praktisch unverändert und widersetzte sich laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage den Prognosen eines weiteren Rückgangs aufgrund sich verbessernder Geschäftserwartungen, auch wenn Analysten sagen, dass alle Anzeichen weiterhin auf a kommende Rezession.

Das Ifo-Institut gab bekannt, dass sein Geschäftsklimaindex von einem revidierten Wert von 84,4 im September auf 84,3 gefallen ist. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang auf 83,3 gerechnet.

Der Erwartungsindex der Umfrage stieg leicht auf 75,6 von 75,3 im Vormonat, den ersten Anstieg seit Mai.

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„Ihre Erwartungen haben sich verbessert, aber sie blicken weiterhin mit Sorge auf die kommenden Monate. Der deutschen Wirtschaft steht ein schwieriger Winter bevor“, sagte ifo-Präsident Clemens Fuest.

Analysten waren trotz der besser als erwarteten Zahl gleichermaßen düster, was viele auf die von der deutschen Regierung angekündigten Maßnahmen zur Begrenzung der hohen Energiepreise zurückführten.

„An der drohenden Rezession ändert auch das heutige Geschäftsklima nichts. In den kommenden Monaten ist eher mit einer weiteren Flaute als mit einem Anstieg zu rechnen“, sagte Jens-Oliver Niklasch von der LBBW.

Wie Alexander Krueger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, es auf den Punkt brachte: „Unternehmen bleiben im Depressionsmodus stecken, die Energiekrise würgt das Wirtschaftsleben ab“.

Die Ifo-Umfrage unter rund 9.000 Managern schließt an die Ergebnisse der Umfrage des Wirtschaftsinstituts ZEW aus der vergangenen Woche an, wonach die Stimmung der deutschen Anleger weniger pessimistisch als erwartet war, auch aufgrund der Bremsung der ausgeschriebenen Preise für Gas und Strom.

Die Bundesregierung erwartet, dass Europas größte Volkswirtschaft im nächsten Jahr in eine Rezession rutscht, da Energiekrise, steigende Preise und Lieferengpässe ihren Tribut fordern.

Vor der Veröffentlichung des Statistikamtes am Freitag rechnen die von Reuters befragten Experten damit, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal zurückgehen wird.

Das Ifo prognostiziert, dass Deutschland im vierten Quartal um 0,6 % schrumpfen wird.

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Berichterstattung von Miranda Murray, Rachel More, Reinhard Becker, Rene Wagner und Frank Siebelt Redaktion von Kirsti Knolle und Tomasz Janowski

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Willi Langer

„Neigt zu Apathieanfällen. Bierevangelist. Unheilbarer Kaffeesüchtiger. Internetexperte.“

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