Israel und Deutschland untersuchen gemeinsam den Terroranschlag von München 1972

In seiner Ansprache an die Familien der Opfer des Münchner Terroranschlags von 1972 sowie an deutsche und israelische Würdenträger begrüßte Präsident Isaac Herzog heute die Entscheidung der deutschen Behörden, des Ereignisses gebührend zu gedenken und den Familien die von Israel als angemessen erachtete Entschädigung anzubieten.

Nach langwierigen Verhandlungen hat Deutschland vergangene Woche zugesagt, insgesamt 28 Millionen Euro an die elf Familien der israelischen Opfer zu zahlen. Er stimmte auch zum ersten Mal einer Formalisierung zu Verantwortung übernehmen für die Mängel, die zu dem Massaker geführt haben.

„Deutschland und das Internationale Olympische Komitee haben, wie Präsident Steinmeier sagte, viele Jahrzehnte lang vermieden, den elf Athletinnen und Athleten zu gedenken. Für die Familien der Opfer wurden ihr Schmerz und ihre Trauer über den Verlust ihrer Angehörigen, ihre Qual und ihre Tränen und die traumatischen Narben, die die Überlebenden seit Jahren tragen, durch ihre Angst über diese Gleichgültigkeit und kalte Schulter verstärkt. sagte Herzog.

„Die Entscheidung, die Verantwortung für das Versagen rund um und nach dem Massaker zu übernehmen, eine objektive und strenge Untersuchung zuzulassen und die Familien der Opfer zu entschädigen, ist Teil dieser Heiligung des Guten und des Triumphs über das Böse. Es stellt ein halbes Jahrhundert später einen Meilenstein der Moral und Gerechtigkeit für die Opfer, für die Familien und für die Geschichte selbst dar“, fügte der israelische Präsident hinzu. Danke Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für sein persönliches Engagement bei der jüngsten Entscheidung der Bundesregierung.

Das Angriff 1972 hat sich in das kollektive israelische Gedächtnis eingebrannt. Die Olympischen Spiele jenes Jahres sollten das neue Nachkriegsdeutschland präsentieren. Stattdessen wurde er zum Symbol des palästinensischen Terrors gegen Israelis. Acht palästinensische Mitglieder der Terrorgruppe Schwarzer September brachen in die Schlafsäle des israelischen Teams im Olympischen Dorf in München ein, töteten zwei Menschen und nahmen neun Israelis als Geiseln. Die neun Israelis wurden dann von den palästinensischen Schützen getötet.

Die Frage der Entschädigung für die Angehörigen der 11 israelischen Athleten hat die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern lange überschattet, und dies umso mehr in den letzten Monaten, da sich der 50. Jahrestag nähert. Deutschland hatte sich geweigert, den Angriff als internationalen Angriff zu betrachten, sondern als lokales Ereignis, und den Familien damals insgesamt nur 4,5 Millionen Euro angeboten.

Angehörige haben im Laufe der Jahre immer wieder die Wiederaufnahme der Ermittlungen zu dem Angriff und die Überprüfung der Entschädigung gefordert, doch die deutschen Behörden haben abgelehnt. Vor etwa zwei Wochen boten die deutschen Behörden an, die Summe auf 10 Millionen Euro zu erhöhen, einschließlich der bereits gezahlten 4,5 Millionen, aber die Familien sagten, das Angebot sei demütigend. Anschließend kündigten einige Familien an, die Gedenkfeier zum 50. Jahrestag zu boykottieren. Nach ihrer Weigerung deuteten Berichte darauf hin, dass Herzog die Zeremonie ebenfalls boykottieren würde, wenn kein Kompromiss erzielt würde.

Deutschland hat sich über die Jahre auch geweigert, seine eigene Verantwortung für den Anschlag vollständig aufzuklären. Im Jahr 2012 veröffentlichte Israel 45 offizielle Dokumente über die Morde, darunter freigegebene Dokumente, die die Leistung deutscher Sicherheitsdienste geißelten, aber die deutschen Behörden haben sich konsequent geweigert, den Fall wieder aufzunehmen. Erst letzte Woche einigten sich die beiden Länder darauf, ein gemeinsames Komitee von Historikern zu gründen, um den Angriff zu untersuchen.

Herzog ist gestern zu einem Besuch in Deutschland eingetroffen, der für die bilateralen Beziehungen als sehr wichtig erachtet wird. Nach einem Treffen mit Steinmeier gestern im Präsidentenpalast in Berlin, Herzog trafen sich heute Morgen mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Berichte der letzten Monate haben festgestellt, dass die israelische Führung in ihrer Kampagne gegen das Atomabkommen mit dem Iran hauptsächlich mit der Biden-Administration und der deutschen Regierung in Kontakt stand.

Rüdiger Ebner

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