Langsamer Ausbau der Biogasbranche in Deutschland trotz starker Nachfrage

Der Ausbau des Biogassektors in Deutschland schreitet trotz der starken Nachfrage im Wärmebereich mit einer voraussichtlichen neu installierten Biogasleistung von rund 65 MW im Jahr 2022 nur langsam voran, berichtet der Branchenverband Biogas eV Erneuerbare Energie jetzt.
Bis zu 120 neue Biogasanlagen werden in diesem Jahr voraussichtlich ans Netz gehen, aber ohne die Kapazität derjenigen, die geschlossen werden, werden die Nettoneuinstallationen rund 65 MW erreichen, verteilt auf 100 Anlagen.
Biogasanlagen in ganz Deutschland sollen in diesem Jahr 33,56 TWh Strom produzieren und genug Wärme liefern, um den Bedarf von 1,5 Millionen Haushalten zu decken. Dadurch werden etwa 21,2 Millionen Tonnen CO2-Emissionen kompensiert.
Deutschlandweit stieg die Zahl der Biogasanlagen im vergangenen Jahr um 138 auf 9.770, die installierte Leistung stieg von 194 MW auf 5.860 MW. Die Bruttostromerzeugung aus Biogas beträgt ca. 33,47 TWh.
Niedersachsen führt die Bundesländer bei der verfügbaren Leistung mit 1.451 MW an, gefolgt von Bayern mit 1.362 MW.
Verbandspräsident Horst Seide bezeichnete die Entwicklung der Branche am Donnerstag auf einer Pressekonferenz als „nicht so toll“. Die aktuellen Zahlen zeigen eine erhebliche Verunsicherung der Branche, da gesetzliche Vorgaben und politische Unsicherheiten die Investitionsbereitschaft von Investoren in der Branche mindern. Um das Potenzial von Biogas auszuschöpfen, brauche es jetzt ein klares Bekenntnis der Politik und einen verlässlichen Ausblick über das Jahr 2024 hinaus, so Seide.
Der Bundespräsident forderte ferner die sofortige Aufhebung von Beschränkungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Wenn diese Barrieren beseitigt werden, kann die Biogasbranche seiner Meinung nach einen wichtigen Beitrag zur Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung des Landes leisten.

Körbl Schreiber

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