Rezension: WWII-Roman legt hohe Messlatte für historische Romane fest

Dieses von Sourcebooks Landmark veröffentlichte Buchumschlagbild zeigt "Wiegen des Reiches" von Jennifer Coburn.  (Landmark Sourcebooks über AP)
Dieses von Sourcebooks Landmark veröffentlichte Buchumschlagbild zeigt "Wiegen des Reiches" von Jennifer Coburn.  (Landmark Sourcebooks über AP)
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Dieses von Sourcebooks Landmark veröffentlichte Buchcoverbild zeigt „Cradles of the Reich“ von Jennifer Coburn. (Landmark Sourcebooks über AP)

Dieses von Sourcebooks Landmark veröffentlichte Buchcoverbild zeigt „Cradles of the Reich“ von Jennifer Coburn. (Landmark Sourcebooks über AP)

„Die Wiegen des Reiches“ von Jennifer Coburn (Landmark Sourcebooks)

Gundi, Irma und Hilde landen alle in einem Heim der Lebensborn Society für werdende Mütter, die als rassisch geeignet gelten. Jede Frau ist aus demselben Grund da: um Leben in die Welt zu bringen. Aber die drei Hauptfiguren haben unterschiedliche Ansichten zu Nazideutschland und seinem aufkeimenden Eugenikprogramm.

In der Geschichte oft übersehen, stehen Frauen im Mittelpunkt von Jennifer Coburns Roman Cradles of the Reich. Die Schrecken von Nazi-Deutschland sind kein Geheimnis und es gibt keinen Mangel an Literatur zum Zweiten Weltkrieg, aber Coburn schafft es, Schicht für Schicht schockierendes Fehlverhalten abzuziehen und die Spannung die ganze Zeit aufrechtzuerhalten.

Irma Benz, die sich nach einer Weltkriegstragödie aus der Krankenpflege zurückgezogen hat, wünscht sich nichts sehnlicher, als mit ihrem Verlobten ein normales Leben zu führen. Bis sie eine jüdische Frau findet, die heimlich in ihrem Haus lebt.

Gundi Schiller, die junge deutsche Arierin par excellence, ist mit dem Baby eines jüdischen Mannes schwanger. Sie besitzt ein Maß an Moral und Selbsteinschätzung, das weit über ihr Alter hinausgeht, aber sie ist nicht in der Lage, die Grausamkeit des Reiches zu begreifen, ihre Unerfahrenheit im Leiden ein Nebenprodukt ihrer Jugend und Schönheit.

Hilde Kramer, eine Gymnasiastin ohne Zukunft, entdeckt als Geliebte eines hohen Beamten eine Zukunft für sich. Ihre Naivität und Unerfahrenheit, gemischt mit Insiderwissen und jeder Menge Propaganda, führen sie in tiefere und trübere Gewässer, während sie verzweifelt nach Bestätigung und Status sucht.

„Cradles of the Reich“ wechselt zwischen ihren Standpunkten, wobei die Dringlichkeit den Namen der Frau diktiert, die am Anfang jedes Kapitels erscheint. Das Ende kam viel schneller als erwartet – Coburn hätte meine Aufmerksamkeit problemlos viel länger fesseln können, aber es ist ein kluges Stück, dort zu enden, wo es endete, und nicht zu riskieren, die Rezeption der Geschichte zu überschreiten.

Coburn setzt umfangreiche Recherchen und eine große Portion Einfühlungsvermögen ein, um seine Charaktere darzustellen und Gründe für ihre Selbstgefälligkeit oder Konformität mit einem mörderischen Regime zu liefern, und zeigt, wie einige Deutsche nicht genau wussten, wie das Dritte Reich funktionierte.

Die deutsche Umgangssprache ist in die Geschichte eingewoben – was zu reichhaltigen Wissensquellen führt, wenn der Leser tiefer graben möchte – aber sie ist größtenteils kontextbezogen, sodass die Bedeutung der Wörter auch ohne Google zur Hand verstanden werden kann.

Dies ist nur eines der vielen Elemente, die den Roman immersiv machen; Von den Dekoren bis zu den Möbeln sind die Details konsistent, aber nicht übermäßig ausgeprägt.

Obwohl es sich definitiv um Fiktion handelt, macht die darin enthaltene Menge an Wahrheit „Cradles of the Reich“ zu einem Buch, das in den Kanon der Sachbücher des Zweiten Weltkriegs passt. Abgesehen von der Verwendung von Namen tatsächlicher Personen und Orte ist es gesättigt mit Manierismen, Propaganda, Speisen und Einrichtungsgegenständen, die die wahre Geschichte widerspiegeln. Coburn enthält auch weniger bekannte Elemente der Nazi-Eugenik, wie die Kampagne Aktion T4, die sich an Menschen mit Behinderungen richtete. Und die Stücke, mit denen sich Coburn kreative Freiheit nahm, werden in seiner Autorennotiz erklärt.

Ein WWII-Neuling, der wenig oder gar nichts über das Thema weiß, würde das Buch schrecklich lehrreich finden. Ein Gelehrter des nationalsozialistischen Deutschlands wäre angenehm überrascht von den Fakten, die in die Fiktion und die historische Genauigkeit auf aggregierter Ebene eingebettet sind.

Jeder historische Roman sollte gleichermaßen fesselnd, gut recherchiert und einfach nur gut sein.

Emilie Kunze

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