‚Sparta‘ wurde von TIFF wegen Vorwürfen von Unangemessenheiten, an denen Kinder am Set beteiligt waren, zurückgezogen

TORONTO – Ein Film mit Kinderdarstellern in Rumänien wurde vom Toronto International Film Festival wegen Vorwürfen wegen Unregelmäßigkeiten am Set abgezogen.

Ein Hinweis auf der TIFF-Website besagt, dass Ulrich Seidls „Sparta“-Film zurückgezogen wurde und Ticketinhaber mit weiteren Informationen direkt kontaktiert werden.

Der Film sollte am Freitagnachmittag in Toronto seine Weltpremiere haben, aber eine per E-Mail gesendete Erklärung der TIFF-Pressestelle besagte, dass Anschuldigungen in der deutschen Nachrichtenagentur Der Spiegel dazu veranlassten, diese Pläne abzusagen.

„Ein kürzlich im deutschen Magazin Der Spiegel veröffentlichter Untersuchungsartikel hat Bedenken geäußert, dass offizielle Richtlinien zum Schutz von Kindern und zur Information ihrer Erziehungsberechtigten beim Filmen nicht befolgt wurden“, sagte TIFF in einer Erklärung, die am Freitag per E-Mail verschickt wurde.

„Sparta sollte in der TIFF-Sektion Contemporary World Cinema uraufgeführt werden, aber angesichts dieser Anschuldigungen werden wir den Film nicht mehr zeigen. Wir betrachten Herrn Seidl als einen wichtigen zeitgenössischen Filmemacher und freuen uns auf weitere Klarheit über die vom Spiegel angesprochenen Fragen zur Produktion des Films.

Der Spiegel veröffentlichte letzte Woche eine Geschichte, in der junge Darsteller, Eltern und Crewmitglieder behaupten, dass lokale Nicht-Schauspieler-Kinder am Set Gewalt und Nacktheit ausgesetzt waren. Es enthält eine Erklärung von Seidls Anwalt, dass kein Kind nackt oder in einer sexualisierten Situation gefilmt wurde.

Eine Stellungnahme auf Seidls Website enthält dieselbe Antwort und bezeichnet den Spiegel-Artikel als „ein Zerrbild, das in keiner Weise den Tatsachen entspricht“.

Die Anschuldigungen wurden von The Canadian Press nicht unabhängig verifiziert. Eine Bitte um Stellungnahme des internationalen Vertriebsagenten des Films wurde nicht sofort beantwortet.

Der Film ist eine Koproduktion zwischen Österreich, Frankreich und Deutschland und wird als die Geschichte eines Mannes in den Vierzigern beschrieben, der im rumänischen Hinterland einen Neuanfang sucht, aber mit „einer Wahrheit konfrontiert wird, die er längst erstickt hat“.

„Innerlich und heimlich kämpft er mit seiner pädophilen Sucht“, heißt es in Seidls Aussage über die Figur.

Der in Österreich geborene Filmemacher ist Kontroversen nicht fremd, und seine früheren Filme haben sich mit Themen befasst, die als dunkel, grotesk und verstörend gelten.

Vor seiner Regie bei narrativen Spielfilmen war Seidl für seine Dokumentarfilme bekannt, darunter „Animal Love“ aus dem Jahr 1995 über die intimen Beziehungen österreichischer Haustierbesitzer, die eine Variety-Rezension als „abstoßendes, aber absolut zwanghaftes Schmuddelfest“ beschrieb.

Laut einer Biografie auf der Website seines internationalen Vertriebs Co-Production Office studierte Seidl an der Filmakademie Wien, wo sein Kurzdokumentarfilm „Der Ball“ von 1982 „fast zu seinem Ausschluss aus der Filmhochschule führte inhaltlich und ethisch fragwürdig – er galt als Verhöhnung seiner Themen – und auch wegen seiner Form: Seidl wurde vorgeworfen, den Film ohne Schnitt präsentiert zu haben.

Seidls Arbeit wurde ebenfalls gefeiert – der Film „Jesus, You Know“ aus dem Jahr 2003 gewann den besten Dokumentarfilm beim Karlovy Vary Czech Film Festival und sein Spielfilmdebüt „Dog Days“ aus dem Jahr 2001 gewann den Großen Sonderpreis der Jury bei den Filmfestspielen von Venedig. Festival.

Das Toronto International Film Festival läuft noch bis zum 18. September.

Dieser Bericht von The Canadian Press wurde erstmals am 9. September 2022 veröffentlicht.

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Emilie Kunze

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