Uwe Seeler, westdeutscher Fußballer, stirbt im Alter von 85 Jahren

BERLIN (dpa) – Uwe Seeler, der die Bundesrepublik Deutschland 1966 als Kapitän der Nationalmannschaft ins WM-Finale führte, ist am Donnerstag gestorben. Er wurde 85 Jahre alt.

Seeler galt als einer der besten deutschen Spieler aller Zeiten und war berühmt für seine Fallrückzieher und seine Fähigkeit, Tore aus den unwahrscheinlichsten Winkeln zu erzielen. Er war auch für seine Demut und Fairness bekannt und wurde für seine unerschütterliche Loyalität zum Hamburger SV respektiert.

Der Sprecher des Hamburger Clubs, Christian Pletz, sagte gegenüber The Associated Press, Seelers Familie habe den Tod bestätigt.

Bundeskanzler Olaf Scholz sagte auf Twitter, dass das Land um „unseren Uwe“ trauere.

„Er war für viele ein Vorbild, eine Fußball-Legende und natürlich Ehrenbürger Hamburgs. Zu seinem 80. Geburtstag durfte ich die After-Dinner-Rede halten: ‚Eigentlich wollen wir alle so sein wie unser Uwe – selbstbewusst und bescheiden, wir werden ihn vermissen“, schrieb Scholz.

Seeler spielte von 1952 bis 1973 für Hamburg und erzielte in 519 Oberliga- und Bundesligaspielen 445 Tore für die Mannschaft. Mit 137 Toren bleibt er Hamburgs bester Torschütze in der Bundesliga. Insgesamt habe er in 587 Pflichtspielen für den Klub 507 Tore erzielt, teilte der Klub mit.

Hamburg, das seit der Gründung der Liga im Jahr 1963 die einzige verbleibende Mannschaft war, die jede Saison in der Bundesliga gespielt hat, stieg 2018 schließlich in die zweite Liga ab.

Der Klub trauerte am Donnerstag um eine „Legende“.

„Uwe Seeler verkörpert alles, was einen guten Menschen auszeichnet: Bodenständigkeit, Loyalität, Lebensfreude und er war immer ansprechbar. Er ist der Inbegriff des HSV“, sagte Vereinssportdirektor Jonas Boldt. „Ich persönlich habe eine besondere Erinnerung an unser Treffen an seinem letzten Geburtstag. Er fachsimpelte, fragte nach seinem HSV, gab mir Tipps und ein paar Witze. Wir werden ihn nie vergessen und immer in Ehren halten.“

Seeler erzielte in 72 Spielen für die Bundesrepublik Deutschland 43 Tore, wurde bei der Weltmeisterschaft 1966 Vizemeister hinter England und vier Jahre später in Mexiko Dritter. Er war 16 Jahre Teil des deutschen Teams.

„Während ich bei vier Weltmeisterschaften war, hätte ich gerne einmal den Titel gewonnen. Ich hatte Pech“, sagte Seeler. „Trotzdem war alles wunderbar. Ich bereue nichts.“

Seeler wurde 1960, 1964 und 1970 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.

Der große Brasilianer Pelé nahm Seeler 2004 in seine Liste der weltbesten lebenden Spieler auf.

„Sein Ballhandling war perfekt, sein Schuss präzise und was mich wirklich erstaunt hat, war seine Fähigkeit, den Ball zu lenken“, sagte Pele.

Seeler erhielt Angebote von spanischen und italienischen Vereinen, darunter 1961 ein riesiges Angebot von Inter Mailand, entschied sich aber dafür, in Hamburg zu bleiben.

„Wenn Uwe Seeler seine Schuhe schnürte, konnte sich der gegnerische Torhüter warm anziehen und am liebsten ein zweites Paar Handschuhe anziehen, denn Seeler traf überall und auf jede erdenkliche Weise Mit seinen opportunistischen Schlägen hat er immer einen Weg gefunden, den Ball über die Linie zu bringen“, schrieb Hamburg in einer Sonderbeilage zum 80-jährigen Jubiläum von Sealer im Jahr 2016.

Seeler wurde 1960 mit Hamburg Deutscher Meister und 1963 Deutscher Pokalsieger, erlitt aber auch im Europapokal der Pokalsieger und im Europapokal der Pokalsieger mit knappen Fehlschlägen Herzschmerz. Hamburg verlor 1961 im Halbfinale des Europapokals gegen Barcelona und 1968 im Finale des Pokals der Pokalsieger gegen Mailand.

Seeler litt in den letzten Jahren immer wieder unter gesundheitlichen Problemen. Im Mai 2020 wurde er nach einem schweren Sturz zu Hause operiert, um eine gebrochene Hüfte zu reparieren.

Nach einem Autounfall im Jahr 2010 verlor er das Gehör auf dem rechten Ohr und hatte Gleichgewichtsprobleme. Außerdem hatte er einen Herzschrittmacher und musste einen Tumor an der Schulter entfernen lassen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Seeler ist seit über 60 Jahren mit seiner Frau Ilka verheiratet. Sie hatten drei Töchter. Sein Enkel Levin Öztunali spielt beim Bundesligisten Union Berlin.

Auch Seelers älterer Bruder Dieter spielte für Hamburg. Ihr Vater Erwin arbeitete auf einem Lastkahn im Hamburger Hafen und war auch dafür bekannt, in der Stadt Fußball zu spielen.

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Ebert Maier

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