Deutsche Marine gibt Übernahmeangebot für Rostocker Werft ab



Rostock war die größte Werft von MV Werften mit rund 170 Hektar (MV Werften)

Gepostet am 24. Juni 2022 16:23 von

Die maritime Exekutive







Die Bundesregierung hat bestätigt, dass sie ein Angebot zum Erwerb der Rostocker Werft abgegeben hat, die zuvor der inzwischen aufgelösten MV Werften-Gruppe gehörte, die im Januar 2022 finanziell zusammenbrach, nachdem sie keine zusätzlichen Kredite von der Regierung und ihren Banken erhalten hatte. Wie der Insolvenzverwalter des Konzerns mitteilt, endet heute die Ausschreibung für die Werft in der ehemaligen DDR.


Die Deutsche Marine, die mit dem Bundesamt für Immobilienaufgaben und dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr zusammenarbeiten würde, hat einen Vorschlag zur Schaffung eines neuen Stützpunkts Wartung und Instandhaltung in Rostock, wo sich das Marinekommando befindet, eingereicht auch gelegen. Die neue Anlage würde eine Anlage im westdeutschen Wilhelmshaven an der Nordsee ergänzen. Rostock liegt östlich an der Ostsee. Das Verteidigungsministerium möchte mit dem neuen Standort seine operative Flexibilität und Stärke in der Region erhöhen.


Die fast 70 Jahre alte Rostocker Werft wurde im April 2016 von Genting Hong Kong erworben und war mit rund 170 Hektar der größte Standort der Gruppe. Vor der Übernahme hatte das Unternehmen Stückgutfrachter, Massengutfrachter, Containerschiffe und Arktisschiffe gebaut, darunter die Bohr- und Serviceplattform Stena Don sowie drei Offshore-Umrüstplattformen. Genting Hong Kong hat am Standort erhebliche Investitionen getätigt, darunter 80 Millionen US-Dollar für eine neue Bauhalle und eine fortschrittliche Laser-Hybrid-Schweißlinie. Das Baudock ist über 1.000 Fuß lang und 260 Fuß überdacht. Auf der Werft können Schiffe mit einer Tragfähigkeit von bis zu 200.000 dwt gebaut werden.


MV Werften nutzte das Rostocker Werk als Produktionsstätte für einen Großteil der Global Dream-Kreuzfahrtschiffe. Die 700 Fuß lange Mittelsektion des ersten Global Dream-Kreuzfahrtschiffs wurde in Rostock gebaut und im November 2019 nach Wismar überführt. Die Fertigung der ersten Sektionen des zweiten Global Dream-Kreuzfahrtschiffs begann im September 2019 in Rostock mit dem ersten Stahlschnitt. Einige Abschnitte des Schiffskiels waren unterwegs, als die MV Werften im März 2020 den Betrieb wegen der Pandemie einstellte.


Christoph Morgen, Insolvenzverwalter von MV Werften, sagte, man werde heute die Ausschreibung für den Standort Rostock abschließen. Anschließend will er mit dem Gläubigerausschuss zusammentreffen, um eine endgültige Entscheidung über die Rostocker Werft zu treffen. Es wurde vielfach berichtet, dass die Regierung das Gelände für die Marine erwerben wollte, aber es ist unklar, ob sie andere Angebote für die Rostocker Werft erhalten hat. Morgen sagte kürzlich auch, dass sie die Komponenten, einschließlich der Motoren, für das zweite Global Dream-Kreuzfahrtschiff verkaufen und die wenigen Blöcke, die unterwegs waren, zu Schrottpreisen anbieten würden.


Bundeskanzler Olaf Scholz hat als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine und die zunehmenden Spannungen, insbesondere in Westeuropa, Pläne angekündigt, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen und die militärischen Fähigkeiten des Landes auszubauen. Offizielle Schätzungen gehen davon aus, dass durch den Kauf der Rostocker Werft bis zu 500 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, was nach dem Zusammenbruch von MV Werften besonders bedeutend wäre.





Ebert Maier

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